Prognose
Es ist nicht möglich, den Verlauf der Erkrankung für jeden Menschen genau vorherzusagen.Die ersten 5 Jahre geben jedoch Hinweise auf den weiteren Krankheitsverlauf, insbesondere darüber, ob sich eine schubweise auftretende oder progressive Verlaufsform abzeichnet.
Die Schwere der Behinderung nach 5 oder 10 Jahren wird als zuverlässiges Anzeichen für den zukünftigen Verlauf angesehen. Etwa die Hälfte der Menschen mit MS ist nicht schwer betroffen und kann mit der Behinderung gut leben.
Bei etwa jedem 3. Patient geht die zunächst langjährige, schubweise Verschlechterung der Krankheit in eine kontinuierlich zunehmende Verschlechterung über. Ein Teil der Symptome, die hier auftritt, ist jedoch behandelbar (z. B. Ermüdung, Blasenprobleme, Spastizität). 15% der MS-Patienten werden im späteren Erkrankungsstadium stark behindert sein, z. B. durch die Notwendigkeit dauernder Rollstuhlbenutzung.
Die Lebenserwartung von Menschen mit MS ist fast normal. Ein sehr später Ausbruch, z. B. im Alter über 55 Jahren kann insbesondere bei Männern ein Hinweis auf einen progressiven Krankheitsverlauf sein. Ein niedriges Erkrankungsalter bedeutet eine bessere Prognose. Auch wenn die schweren Verläufe die Ausnahme sind, ist die Diagnosestellung ,Multiple Sklerose" meist ein Schock für den Patienten. Häufig beherrschen stereotype Bilder von Rollstühlen und Invalidität seine Gedanken. Die Zeit der Diagnosestellung ist belastend, sowohl für den Patienten wie auch seine Angehörigen. Alle benötigen Informationen über Prognose, Behandlung, praktische Aspekte und notwendige Änderungen der Lebensplanung. Es ist daher besonders wichtig zu wissen, dass man auch mit MS trotz krankheitsbedingter Einschränkungen, ein ausgefülltes Leben führen kann. Ausbildung, Beruf und gesellschaftliches Leben können auch von MS-Patienten fast immer über lange Zeit weitergeführt werden.