Verlaufsformen
Die Diagnose MS ist im ersten Moment erst einmal eine niederschmetternde Nachricht.
Doch sei hier betont, daß die Krankheit nicht zwangsläufig einen dramatischen Verlauf nehmen muß.
Im Gegenteil, die Wahrscheinlichkeit auf eine relativ normale Lebenserwartung bei ausreichend erhaltenem körperlichem Leistungsvermögen ist sogar relativ groß.
Die "typische MS" gibt es nicht. Die Symptomenbilder der einzelnen Krankheitsverläufe sind individuell sehr unterschiedlich.
Vom klinischen Standpunkt aus unterscheidet man heute generell vier Verlaufsformen:
| Schubförmiger Verlauf: Von einem Schub spricht man, wenn neue Symptome auftreten und länger als 24 Stunden andauern oder wenn frühere Symptome sich nach mindestens einmonatigem Abstand wieder deutlich verstärken. Ein schubförmiger Verlauf beinhaltet aber auch eine vollständige oder weitgehende Rückbildung der neurologischen Symptomatik. |
| Schubförmig-progredienter Verlauf: Diese Form des MS-Verlaufs definiert sich über Schübe, bei denen sich die neurologischen Symptome nur unvollständig zurückbilden. Über mehrere Krankheitsjahre kommt es zu einer fortschreitenden Zunahme der Restsymptomatik. |
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| Sekundär chronisch-progredienter Verlauf: Diese Krankheitsetappe beinhaltet eine schleichende chronische Verschlechterung. Teilweise wird dieser schleichende Verlauf von schubförmigen Symptomverstärkungen begleitet. |
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| Primär chronisch-progredienter Verlauf: Ein MS-Verlauf, bei dem die Symptome von Anfang an langsam, aber beständig fortschreiten, ohne je von Schüben begleitet worden zu sein. Nach neuesten Vorschlägen soll auch eine sog. Übergangsform unterschieden werden, die den Zustand zwischen Schubförmigkeit und sekundär-chronischem Verlauf beschreibt. |
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